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Essgewohnheiten: Der BMEL-Ernährungsreport 2017 ist erschienen

Immer mehr Deutsche legen beim Kochen zu Hause Wert auf eine einfache und schnelle Zubereitung.  Das gilt für 55 % aller Befragten des aktuellen Ernährungsreports - vor einem Jahr waren es erst 45 %. In der Gruppe der 19- bis 29-Jährigen wollen inzwischen sogar 72 % möglichst wenig Zeit am Herd aufwenden.

Mit dem Ernährungsreport erhebt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des BMEL Ernährungsgewohnheiten, -wünsche und -trends in Deutschland. „Der Ernährungsreport 2017 ist gleichsam ein Spiegel unserer Gesellschaft. Er zeigt, wie Ernährung, Einkauf und Kochen in den modernen Arbeits- und Lebensalltag integriert sind und dass Essen mehr ist als bloße Nahrungsaufnahme. Es gehört zum kulturellen und sozialen Wir-Gefühl, es steht für Heimat und Gesundheit ebenso wie für die steigenden Erwartungen und Ansprüche an eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Lebensmittelproduktion“, sagte Bundesernährungsminister Christian Schmidt bei der Vorstellung des Reports.

Wenn es ums Essen geht, soll es den Deutschen wie gehabt vor allem schmecken (sagen 99 %) und gesund sein (89 %). Immerhin rangieren Gemüsegerichte auf Rang 3 der beliebtesten Speisen - weiterhin liegen Fleischgerichte mit 53 % der Nennungen jedoch klar in Führung, gefolgt von Nudel- und Pasta-Variationen (38 %).

Ernährungsbildung im Stundenplan verankern
Neun von zehn Deutschen sind dafür, ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung zu etablieren – sie sehen das Fach auf einer Stufe mit Fächern wie Mathematik, Deutsch oder Englisch. Nach den Erkenntnissen des Ernährungsreports ist damit zu rechnen, dass entsprechende Unterrichtsangebote von den Schülerinnen und Schülern auch gern angenommen werden: Von allen Altersklassen kochen die 14- bis 18-Jährigen am liebsten.

Ernährungsinformationen aus einer Hand
90 % der Befragten wünschen sich verbindliche Qualitätsstandards für die Verpflegung ihrer Kinder in Schule und Kita. Dieses Themas wird sich das NQZ annehmen. So nimmt noch in diesem Monat das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) seine Arbeit auf. „Das Bundeszentrum wird zentrale Stimme für alltagstaugliche, wissenschaftsbasierte Ernährungsempfehlungen sein“, erläuterte Schmidt. Teil des BZfE wird das Nationale Qualitätszentrum für Schulernährung (NQZ) sein.

Mehr Klarheit über die Haltbarkeit von Lebensmitteln
In der Umfrage für den Ernährungsreport 2017 haben 70 % der Befragten angegeben, dass sie für verderbliche Waren ein Verfallsdatum einem Mindesthaltbarkeitsdatum vorziehen würden und letzteres für Produkte wie Salz o.ä. überflüssig finden. „Wir erkennen also deutlich, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum ein gesellschaftliches Auslaufmodell ist. Die Verbraucher wünschen sich ein klares Datum, wann ein Lebensmittel nicht mehr genießbar ist“, stellte Minister Schmidt fest.

Bessere Standards in der Tierhaltung und mehr Transparenz
Gefragt nach ihren Erwartungen an die Landwirtschaft nennen die Befragten auf Platz 1 eine artgerechte Tierhaltung – noch vor der Qualität der Produkte, der Entlohnung der Mitarbeiter und umweltschonenden Produktionsmaßnahmen. 87 % möchten bessere Standards in der Tierhaltung, 82 % wünschen sich mehr Transparenz über die Bedingungen, unter denen die Nutztiere gehalten werden. Diese Aussage spiegelt sich auch in den Antworten zu relevanten Siegeln auf Lebensmitteln. Während im Ernährungsreport 2016 noch 36 % der Befragten angaben, auf Siegel für mehr Tierwohl zu achten, sind es im aktuellen Bericht bereits 47 %. Ein staatliches Tierwohlsiegel wünschen sich 79 % der Befragten – Ausdruck dafür, dass momentan vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Einkauf die Orientierung zu diesem Thema offenbar fehlt. Und sie sind nach wie vor bereit, dafür auch zu zahlen: 88 % der Befragten würden mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn diese aus Haltungen mit höheren Tierwohl-Standards stammen.

Der Ernährungsreport ist am 3. Januar 2017 erschienen und hier kostenlos abrufbar.

www.bmel.de

04.01.2017, DD - Redaktion food-service / gv-praxis



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