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Tafeln und Slow Food informieren über Abfallvermeidung bei Lebensmitteln

95 Prozent der Bürger unterstützen das Ziel der Bundesregierung, die Menge der weggeworfenen Lebensmittel in Deutschland deutlich zu reduzieren. Jeder vierte Bürger, den die Initiative des Bundesverbraucherministeriums Zu gut für die Tonne! erreicht hat, hat sein Verhalten bereits geändert und geht nun bewusster mit Lebensmitteln um. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Verbraucherministeriums. Bei deutschlandweiten Aktionstagen unter dem Motto 'Wir retten Lebensmittel!' können sich Bürger, Unternehmen und Organisationen nun selbst tatkräftig beteiligen und Nahrungsmittel vor der Tonne retten.
 
„Ich freue mich über die breite Unterstützung in der Bevölkerung. Das Thema ist für viele Menschen eine Herzensangelegenheit. Mit der Aktion geben wir allen die Möglichkeit, sich aktiv für weniger Lebensmittelabfälle einzusetzen,“ sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner am Dienstag in Berlin. Bei der Kooperation von Slow Food Deutschland e.V., dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. und dem Bundesverbraucherministerium werden Lebensmittel mit Schönheitsfehlern bei Supermärkten und Erzeugern eingesammelt und die Reste dann zu einem schmackhaften 'Beste-Reste-Menü' verarbeitet.
 
Höhepunkt der Lebensmittelretter-Veranstaltungen ist eine lange Tafel auf einem zentralen Platz der jeweiligen Stadt. Die Bürgerinnen und Bürger werden dort mit schmackhaften Reste-Gerichten verköstigt. „Die Tafel soll ein Zeichen setzen, etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu unternehmen. In Deutschland leben viele Menschen in Armut und können sich nicht ausreichend ernähren. Es kann nicht sein, dass wir andererseits hierzulande so viele Lebensmittel wegwerfen. Das kostet nicht nur bares Geld, es schadet der Umwelt und verschärft auch den Preisdruck auf dem Weltmarkt“, sagte Gerd Häuser, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V..
 
Die Aktion im Rahmen der preisgekrönten Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesverbraucherministeriums startet am Donnerstag, 29. November 2012, in Bremerhaven und soll dann zunächst in fünf weiteren Städten fortgesetzt werden – in Berlin, Essen, Konstanz, München und Hamburg. „Ich freue mich, dass wir mit den Tafeln und Slow Food Deutschland zwei wichtige Partner für unsere Initiative gewinnen konnten. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen anzusprechen und ein breites Bündnis zu bilden“, sagte Aigner. Die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Ursula Hudson, betonte: „Wir möchten den Menschen die Wertschätzung für Lebensmittel nahe bringen, denn sie sind mehr als nur eine Ware. Auf zentralen Plätzen in den Städten verwerten wir Produkte, die normalerweise auf dem Weg vom Acker in die Regale aussortiert werden, und kochen und essen gemeinsam.“
 
Um die Arbeit der Tafeln in Deutschland zu unterstützen, hat das Bundesverbraucherministerium einen Ratgeber veröffentlicht, der sowohl Spendern als auch Empfängern von Lebensmittelüberschüssen die geltende Rechtslage erläutert und damit die Weitergabe von Lebensmitteln vereinfacht. Ministerin Aigner wirbt dafür, überschüssige Produkte noch öfter als bisher an bedürftige Menschen weiterzugeben: „Lebensmittel sind kostbar. Produkte, die noch einwandfrei genießbar sind, gehören nicht in die Mülltonne. Sie sollten an soziale Einrichtungen wie die Tafeln oder vergleichbare Initiativen der Sozialverbände abgegeben werden.“ Aigner bedauerte, dass es immer noch Informationsdefizite und Vorbehalte gegenüber Lebensmittelspenden gebe. „Mit unserem neuen Ratgeber wollen wir allen Akteuren, die Lebensmittel spenden oder empfangen, einen Überblick über die wichtigsten rechtlichen Fragestellungen geben und so die Weitergabe einfacher machen.“ Der Ratgeber ist kostenlos im Internet abrufbar.
 
www.bmelv.de
 

27.11.2012, BS - Redaktion food-service / gv-praxis



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