Facebook Twitter RSS

Artikel drucken Ausser-Haus-Markt Allgemein

Hamburg: G20 und das Dankeschön des Gastgewerbes

Nach dem sehr realen Shitstorm, der vom 6. bis zum 8. Juli begleitend zum G20-Gipfel über Hamburg hinwegfegte, setzt die Hospitalitybranche der Hansestadt ein positives Zeichen. Gemeinsam mit dem 'Hamburger Abendblatt' initiiert der Dehoga Hamburg eine Dankeschön-Aktion mit kostenfreien Restaurantbesuchen und Hotelübernachtungen für die rund 20.000 Polizeibeamten, die aus anderen Bundes- und Nachbarländern angereist waren, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.

„Die Resonanz auf unseren Aufruf ist überwältigend“, erklärt Fritz Klein, Präsident des Hamburger Dehoga-Verbandes, in dessen Mail-Box derzeit täglich hunderte Gutscheine landen für Übernachtungen und/oder Restaurantbesuche. Parallel zum Rundschreiben an die Mitgliedsbetriebe machte das 'Hamburger Abendblatt' in seiner Sonderausgabe nach dem Gipfel im Großformat auf die Aktion aufmerksam: als Bildunterschrift zu einer ganzseitigen Aufnahme von Beamten in voller Montur, aber ohne Helm und sichtlich erschöpft vom Großeinsatz am Wochenende.

Schon am vergangenen Sonntag haben das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten und das Radisson Blu Hotel am Bahnhof Dammtor spontan Zimmer zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist laut Klein praktisch die ganze Hamburger Hotellerie mit dabei, „der Kleinbetrieb genauso wie das Fünf-Sterne-Plus-Hotel.“ Gastronomen laden ein zu Menüs for free, und auch Touristenattraktionen wie das Miniaturwunderland spendieren Freikarten-Kontingente.

In welcher Form die Gutscheine an die Einsatzkräfte in den Bundesländern verteilt werden, soll in der kommenden Woche mit den jeweiligen Dienststellen geklärt werden. „Es gibt in unserer Branche eine riesige Bereitschaft mitzuhelfen, das Krawall-Image der G20-Tage wieder zurechtzurücken“, so Klein.

Das Engagement ist umso lobenswerter, als der Gipfel dem Gastgewerbe eh schon Umsatzausfälle beschert hat. Betriebe innerhalb der Sicherheitszonen rund um Messehallen, Elbphilharmonie, Präsidentenunterkünfte mussten von vornherein schließen, wie z.B. das Tschebull im Levantehaus neben der Putin-Unterkunft Park Hyatt, das Carls an der Elbphilharmonie, die Störtebeker Elbphilharmonie und Tim Mälzers Bullerei nahe den Messehallen.

Andere machten freiwillig ihren Laden dicht, aus Furcht vor dem drohenden Verkehrskollaps, Lieferengpässen, Ausnahmezustand. So wurde am Freitag die Europa-Passage mit Gastro-Mietern wie McDonald‘s, Pizza Hut, Joe & The Juice gegen 15 Uhr aus Sicherheitsgründen geschlossen, nachdem vereinzelt Demonstranten durchs Center gelaufen waren. Auch Lieferdienste hatten unter dem teilweise völligen Zusammenbrechen des Verkehrs zu leiden. Über einen ungewollten Social-Media-Hype konnte sich allerdings Delivery-Primus Domino's freuen: Im Netz erntete die Aufnahme eines Pizza-Boten, der sich auf seinem Roller mit deutlich sichtbarem Marken-Logo durch den Protestzug 'Welcome to Hell' schlängelt, eine Flut von Klicks – erfreulicher Lichtblick angesichts der Bilder von Brandstiftungen und Zerstörungswut.

Beziffern lasse sich die Höhe der Erlöseinbußen für Hamburgs Gastgewerbe allerdings nicht, so Verbandssprecher Klein. Dagegen meldet der Einzelhandel offizielle Zahlen: Laut Brigitte Engler, Geschäftsführerin des City Marketing Hamburg, summiert sich der Schaden für Geschäfte in der Innenstadt sowie HafenCity auf rund 18 Mio. €, die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen wie Schaufensterverbarrikadierungen und zusätzliches Security-Personal noch nicht mit eingerechnet.

www.dehoga-hamburg.de

www.abendblatt.de

14.07.2017, UV - Redaktion food-service / gv-praxis



Weitere Branchennews vom 14.07.2017:



| Newsletter |

Alles, was die Branche bewegt - kompakt und übersichtlich im cafe-future.net Newsletter.
Kostenlos - Dreimal pro Woche.


| Bildergalerien |

| Events |

cafe-future.live