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Franchise-Systeme auf der Suche nach neuen Wachstumsmöglichkeiten

Die Franchise-Wirtschaft in Deutschland ist 2011 auf rund 143.000 Betriebe (+ 5,8 %) gewachsen, so die Prognosen des Bonner Mediendienstes forum franchise und systeme. Die insgesamt fast 110.000 Franchise-Partner (+ 4,3 %) beschäftigen dabei über 711.000 Mitarbeiter (+ 4,5). Das gute Vorjahresergebnis kann die Franchise-Wirtschaft damit weiter ausbauen.

Die bundesweit rund 950 Systeme verzeichneten ein zweistelliges Umsatzplus von 13,6 Prozent auf über 77 Mrd. Euro. Auch 2011 stehen die Zeichen auf Wachstum: Mit einem prognostizierten Umsatzplus von 6,6 Prozent fällt dieses zwar moderater aus, liegt aber weiterhin über der allgemeinen Konjunkturentwicklung. Wachstumsimpulse für Franchise-Systeme werden in den nächsten Jahren vor allem aus den Reihen der etablierten Franchise-Partner kommen, die zunehmend auf Filialisierung setzen, ist Felix Peckert, Chef des Bonner Mediendienstes und einer der führenden Unternehmensberater im Franchise, überzeugt. „Heutzutage betreiben bereits etwa 30 Prozent der Franchise-Partner mehr als einen Betrieb und erobern so ihren regionalen Markt“, schätzt er. Es sei fest damit zu rechnen, dass die Filialisierungsquote in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde und Franchise-Partner so stabile und wirtschaftlich starke, regionale Unternehmen am Markt aufbauen.

„Bei solider Kapitalausstattung und hoher Führungsstärke geht langfristig der Trend sogar hin zum Multi-Marken-Franchise-Partner“, so Felix Peckert weiter. Dann werde die regionale Marktbearbeitung durch den Partner nicht mehr nur mit einem, sondern mit mehreren markterprobten Konzepten erfolgen. 

Der Dienstleistungsbereich ist im Franchise am stärksten vertreten und legte im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent auf 39,2 Prozent zu. Auf den Handel entfallen mit 32,2 Prozent fast ein Drittel der Systeme (- 4,4 %), gefolgt von den Gastronomie-, Touristik-, und Freizeit-Anbietern, die sich mit einem Anteil von 18,1 Prozent auf einem stabilen Niveau befinden. Der Bereich Handwerk, Bau und Sanierung verzeichnet einen Anteil von rund 10,5 Prozent (- 9,9 %).

Franchise genießt in Deutschland noch nicht ein vergleichbar gutes Image wie in den USA und anderen angloamerikanischen Märkten. "Die Entwicklung der Branche hierzulande hinkt der in Amerika um rund 15 Jahre hinterher", so Peckert. Einer der Gründe sei das in Deutschland vorherrschende restriktive Franchise-Verständnis. Als größte Schwachstelle des deutschen Franchise erweise sich heute, dass über den Ausstieg und das damit verbundene Szenario nur selten offen gesprochen wird. "Frei nach dem Motto 'Es kann nicht sein, was nicht sein darf!' schweigen sich Franchise-Partner und -Geber genau darüber aus. Daher kann man hierzulande auch fünf Jahre nach dem Start von Markenfranchise immer noch keinen frei zugänglichen und kommunizierten Zweitmarkt für Franchise-Lizenzen erkennen", beklagt Peckert. 

Sein Fazit: „Franchise-Partnerschaften dürfen sich niemals zu Zwangsehen entwickeln. Sonst enden sie schnell in turbulenten, ehrverletzenden und oft vernichtenden gerichtlichen Auseinandersetzungen und trüben das Erfolgsbild von Franchise immer wieder vollkommen zu Unrecht ein.“

www.markenfranchise.de

08.12.2011, BS - Redaktion food-service / gv-praxis



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