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Frankreich: Ăśbernahme-Deal Bertrand/Flo beschlossene Sache

Das Übernahmeangebot der Groupe Bertrand von Ende März dieses Jahres - cafe-future.net berichtete - hatte die Aktien der Groupe Flo schlagartig abheben lassen. Kürzlich unterzeichneten beide Parteien eine entsprechende Vereinbarung. Mit dem Deal festigt die Groupe Bertrand ihre Position als Nummer 2 der französischen Gastronomie.

Das breit aufgestellte, von Olivier Bertrand gegründete und geführte Unternehmen ist vornehmlich in der Traditions- wie Systemgastronomie unterwegs, außerdem in der Hotellerie und im Getränkegroßhandel. Zum Portfolio zählen bekannte Pariser Brasserie-Adressen wie L’Alsace, Au Pied de Cochon oder Grand Café Capucines sowie multiplizierte Formate (Au Bureau, Café Leffe, Bert’s).

Viel internationale Aufmerksamkeit fand Bertrand mit dem Erwerb der Masterlizenz für Burger King Ende 2013, gefolgt von der Akquisition der Burger-Kette Quick, Segmentzweiter im französischen Markt, sowie der Brasserie-Kette Frères Blanc. Der der jüngste Coup des kauflustigen Unternehmers gilt einer langjährig im französischen Markt vertretenen Gruppe, die ebenfalls Traditions- und Systemgastronomie vereint – mit Adressen wie La Coupole, Bofinger, Le Boeuf sur le Toît einerseits, multiplizierten Marken wie Hippopotamus (Grillrestaurant), Tablapizza, Bistro Romain und Taverne de Maitre Kanter andererseits.

Vom Übernahmepaket ausgenommen ist lediglich Tablapizza, die Kette wurde separat zum Verkauf gestellt und dürfte laut französischer Medien an ein anderes Schwergewicht des Foodservice-Marktes gehen: die Groupe Le Duff (Hauptmarken: Brioche Dorée, Pizza/Pasta Del Arte sowie die Großbäckerei/Konditorei Bridor).

Die Groupe Flo befand sich schon seit mehreren Jahren in wirtschaftlicher Schieflage. Bisheriger Hauptanteilseigner mit ca. 70 % des Kapitals ist Financière Flo, ein Konsortium der Investoren Compagnie Nationale à Portefeuille, Ackermans & van Haaren, Tikehau Capital.

Mit dem Verkauf wird eine komplexe finanzielle Restrukturierung der Gruppe einhergehen. Vordringlich: die Reduktion der Schuldenlast bei den Banken von derzeit ca. 72 Mio. €. Nach Medienberichten aus Frankreich verzichten die Gläubigerbanken auf 50 bis 70 % ihrer Forderungen. Auch wird es eine Kapitalerhöhung geben, die Groupe Bertrand wird für einen symbolischen Preis die Anteile von Financière Flo erwerben. Am Ende wird Bertrand eine Kapitalmehrheit zwischen 70 und 98 % besitzen.

Flo hatte zuletzt die rückläufige Touristenfrequenz in Paris nach den Terrorereignissen der jüngsten Vergangenheit massiv zu spüren bekommen. Die Netto-Verluste im vergangenen Geschäftsjahr beliefen sich auf 65,5 Mio. €, nach 51,5 Mio. € im Jahr 2015. Die Umsätze fielen 2016 um 9,9 % auf 246,8 Mio. €.

Mit der Übernahme wird Bertrand sein Umsatzvolumen auf annähernd 1,8 Mrd. € netto steigern können, so das französische Fachblatt B.R.A. Tendances Restauration in seinem aktuellen Dossier zu der 2016er Performance der größten Foodservice-Player Frankreichs.

www.groupe-bertrand.com

www.groupeflo.com



17.05.2017, MW - Redaktion food-service



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